Ciao Andy!

Der Anfang und das Ende meiner Geschichte mit Andy liegen für mich im Dunkeln. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir uns kennenlernten, und wo. Aber wir waren – so etwa um die Zeit des Abiturs – die dicksten Freunde, und blieben es, auch wenn die Gezeiten des Lebens uns in unterschiedliche Richtungen spülten. Von seinem Tod, weit entfernt, allein, im stickigen, revolutionsmüden Berlin, habe ich erst einen Monat später erfahren.

Man hat nicht viele echte Freunde im Leben, aber Andy zählte ich immer dazu. Aber es war eine jener Freundschaften, die man glaubt, nicht pflegen zu müssen. Man begegnet sich nach fünfzehn oder zwanzig Jahren, der Blitz schlägt ein, und alles ist sofort wieder präsent. Man ist eins im Geiste.
So würde es sein, ich war mir sicher.

So wäre es gewesen. Doch das Treffen ist ausgefallen. Für immer.
Ciao, Andy!